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häufig ist der pessimismus der stein des anstoßes. auch joachim stößt sich bisweilen daran und appelliert dann an den idealismus, den ’s doch aber bei mir nie gab. woher auch? ideale sind gute gesprächspartner, gern gesehene gäste - den dumpfen grundton aber spielt die ausweglosigkeit. keiner kommt hier lebend raus!

und selbst das bisschen leben verübeln einem die dummdreisten haarspalter des alltags. „filme, die die welt verachten“ soll’s eben darum auch irgendwann mal heißen. aber erst lange nach liedschatten.tv - im figurativen spätwerk. ich will derweil versuchen etwas licht ins dunkel zu bringen, auch wenn’s schwerfällt. wie soll ich von liebe reden, wenn mir politik und schicksal immer wieder auf die fresse hauen?

immerhin gibt es die kleinen philosophischen helfershelfer: rausch und euphorie, sex und musik - allein auch nur gemeine etappensiege auf dem weg ins nichts. aber da ich die kamera eh nur selten aus der hand nehme, und mir auch die traumnovellen für ’s spätwerk aufbewahre (für die zeit vor der totalen verdunklung), was läge jetzt näher als musikvideos zu drehen? schließlich strebt doch alle kunst nach dem zustand von musik. und selbst joachim ist ja, genau wie ich, im herzen nur verkappter musiker. außerdem ist er ein idealer gesprächspartner – und insofern besteht sogar noch hoffnung.

erik stein