© 2005 - 2008 Kröativität® - Synapsen im Dialog

schwer zu sagen wie es weiter geht. vom heutigen stand der wahrnehmung betrachtet, gibt es mehr missverständnisse, als momente der klarheit. grund genug, die zukunft im auge zu behalten, auch wenn es so scheint, als ob die eigenen beine im sumpf der vergangenheit verweilen müssten - unlösbar verklemmt in einer modrigen astgabel.

wichtig ist heute ein klarer griff in die gegenwart, denn hier und jetzt wird nichts vom zufall bedingt. jedes auto, das vorbei fährt, wurde ebenso von mir gebaut, wie ich an jedem anderen tag daran teilhabe, dass menschen ohne obdach, nachts um eins aus der bahnstation vertrieben werden. ja, ich bin teil einer gesellschaft, die mindestens 200 jahre nachsitzen müsste, um endlich die kunst des friedlichen zusammenlebens zu kapieren. doch woher soll diese zeit des umdenkens kommen? alles ist so aufwendig zu erledigen, im dschungel der angrenzenden freiheit. alleine ein voller monat harte arbeit wird benötigt, um den eigenanteil eines ersatzzahnes begleichen zu können.

und dennoch. trotz aller geschäftigkeit gibt es sie, die räume des glücks, der liebe und der freundschaft. ich bin froh, sehr froh, im laufe meiner gänge durch flure und wiesen, menschen gefunden zu haben, die mit mir im schatten der musikgeschichte vertretbare realitäten schaffen. das mag bei weitem einer wirklichen lösung nicht nahe kommen. aber es tut gut, wenigstens einmal am tag zu glauben, etwas richtiges getan zu haben.

joachim lutz felgenhauer